← Zu den sechs Generationen

G20 · Generation 06 · Niederbonsfeld · Rellinghausen · Steele

Johann Wilhelm Friemann und Ernestine Schirmer

Krise, Krieg, Verlust und Neuanfang prägen diese Generation. Mit ihr endet das öffentlich erzählte Kapitel; ihre Enkel Jürgen und Markus Friemann führen die Geschichte in ihrem gemeinsamen Forschungsprojekt jedoch weiter.

Historische Rekonstruktion von Johann Wilhelm Friemann als Marmorschleifer und Ernestine Schirmer im häuslichen Umfeld
Johann Wilhelm und Ernestine · historische Rekonstruktion nach Fotos aus Familienbesitz

Grunddaten und familiärer Hintergrund

G20

1910/11–1944/99

Johann Wilhelm wuchs als Sohn eines Hauers und einer Fabrikarbeiterin in einer von Krisen geprägten Zeit auf. Nach dem Tod seiner ersten Frau Hedwig Poburski gründete er mit Ernestine Schirmer eine neue Familie.

Lebensdaten
Johann 1911–1944 · Ernestine 1910–1999
Eltern Johann
Heinrich Wilhelm Friemann · Emma Ruhrmann
Ehe
Ernestine Schirmer · 24. Oktober 1933
Spätere Ehe
Ernestine · Carl Friedrich Emil Böhle · 1948
Kinder
Hans Willi · Heinz · Walfriede · Christa
Berufe
Marmorschleifer · Hausgehilfin / Familienarbeit

Grundlage: Porträt in Präsentation und Familienchronik Band 2; Gesichtsreferenzen aus Familienbesitz

Das Lebensbild

Zwei Lebenswege werden zu einer Familiengeschichte

Herkunft, Ehe, Arbeit und familiäre Verantwortung verbinden sich zu einem Bild dieser Generation.

01

Handwerk statt Zeche

Johann Wilhelm wurde 1911 in Niederbonsfeld geboren und erlernte den Beruf des Marmorschleifers. Das Handwerk verband schwere körperliche Arbeit mit der Bearbeitung von Stein für Grabmale und Gebäude.

02

Johann Wilhelm und Ernestine

Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau Hedwig Poburski heiratete Johann Wilhelm 1933 Ernestine Schirmer. Aus der Ehe mit Hedwig stammte die Tochter Walfriede; mit Ernestine bekam Johann Wilhelm die beiden Söhne Hans Willi und Heinz. Ernestine stammte aus einer Familie, deren Weg aus dem Sauerland zur Bergbauarbeit nach Essen geführt hatte.

03

Krieg und Neuanfang

Johann Wilhelm wurde 1940 eingezogen. Nach der unter Eid geleisteten Aussage seines Kameraden Helmuth Raupach vom 16. März 1948 geriet seine Einheit bei Schewtschenko in der heutigen Ukraine in eine Umzingelung. Johann Wilhelm versuchte zu Pferd zu entkommen, wurde vom Pferd geschossen und von einem Kameraden tot mit einem Kopfschuss im Schlamm gesehen; sein Leichnam wurde nie geborgen. 1948 erklärte ihn das Amtsgericht Essen-Steele offiziell für tot. Im selben Jahr heiratete Ernestine den Bergmann Carl Friedrich Emil Böhle. Aus dieser Ehe ging die Tochter Christa hervor. Ernestine starb 1999 in Heiligenhafen.

Quellenhinweis Dieses Lebensbild beruht auf der Familienchronik Band 2. Zu den wesentlichen Grundlagen der Chronik gehören Informationen, die uns das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv und FaZiT – Familienzusammenführung im Team für unsere Forschung zur Verfügung gestellt haben. Historische Einordnungen und Rekonstruktionen sind als solche gekennzeichnet; Angaben lebender Nachkommen werden nicht dargestellt.